Zwei-Klassen-Unterschied nicht zu erkennen

Schiedsrichter: k.A.Linienrichter: k.A., k.A.
Zuschauer: 277
Spielbericht vom 8. September 2026
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Sollte irgendwann Benjamin Nwatu die BSG Stahl Brandenburg verlassen, so bleibt er für zwei Momente im Vereinsgedächtnis haften. Im Vorjahr erzielte er den 1:0-Siegtreffer im Derby gegen den BSC Süd 05 und an diesem Sonnabend bescherte er dem großen Favoriten FSV 63 Luckenwalde das Aus in der 2. Runde des Landespokals. Der Verdienst dieses Pokalerfolgs gebührt, aber natürlich der ganzen Mannschaft, die vor 277 Zuschauern leidenschaftlich über die gesamte Spielzeit keinen zwei Klassen Unterschied erkennen ließ.
„Wir wussten um unsere Rolle, haben dem Gegner aufgrund seiner Qualitäten mehr Ballbesitz gegeben. Doch alle Spieler sind heute zu 100 Prozent an den Anschlag gegangen, haben mit enormen Einsatzwillen den eigenen Strafraum verteidigt. Dafür haben sie sich auch belohnt“, lobte nach dem Anpfiff Stahl-Trainer Robert Pocrnic seine Mannschaft. Sie ließ den Regionalligisten bis zur Mittellinie kommen, der Ball lief auch gefällig in den Reihen des FSV, doch je näher die Gäste dem Tor kamen, desto intensiver das Verteidigungsverhalten der Brandenburger.
Zum ersten Mal gefährlich wurde es für Martin Titze, der wieder das Stahltor hütete, in der 10. Minute, als ein abgefälschter Ball am rechten Pfosten vorbei trudelte. Wenig später herrschte wildes Chaos vor Titze (18.), doch mit vereinten Kräften wurde die Situation bereinigt. Die auf Sicherheit bedachten Gastgeber erspielten sich nur wenige Gelegenheiten. Ben Dayan Bleiß versuchte es nach einer halben Stunde, sein Schuss ging vorbei. Wenig später scheiterte er am FSV-Keeper Jasper Kühn, wie auch Paul Kämmerer (34.). Fast im Gegenzug hatte die Stahl-Abwehr Glück als Fabio Schneider aus 20 Metern abzog, der Ball strich nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Mehr Höhepunkte gab es nicht, so ging es mit einem verdienten 0:0 in die Kabinen.
Auch in der zweiten Hälfte änderte sich nicht viel am Gesamtbild. Die Luckenwalder mit mehr Ballbesitz, ohne aber eine Dominanz auszustrahlen und die Stahl-Elf mit einer aufmerksamen Defensive, die praktisch schon im Sturm begann. Und sie hofften auf die eine Chance, um den weiterbringenden Treffer zu erzielen. Justin Inter fehlte unmittelbar nach dem Wiederanpfiff bei seinem Versuch nicht viel. Dann war es erneut Bleiß (62.) der an Kühn scheiterte.
Der Regionalligist hatte ebenfalls zwei gute Möglichkeiten im zweiten Durchgang, die beste vereitelte Titze in der 75. Minute durch gutes Herauslaufen, den Nachschuss klärte Adrian Jaskola vor der Linie. Mehr ließen beide Abwehrreihen nicht zu. So verrann die Zeit, ohne dass die Partie je langweilig wurde, aber wohl die meisten Besucher richteten sich schon auf die Verlängerung ein. Für die Platzherren wäre dies schon ein Erfolg gewesen, es kam aber noch besser. In der 90. Minute griffen sie über die rechte Seite an, der Ball segelte in den Strafraum. Der Versuch von Dominic Kanyi wurde noch geblockt, der Ball kam dann zu Nwatu, der ihn mit Übersicht in den linken oberen Torwinkel versenkte.
Quälend lange fünf Minuten ließ der Schiedsrichter nachspielen, dann war die Sensation perfekt: Der Brandenburgligist BSG Stahl Brandenburg besiegte den Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde mit 1:0 und dies völlig verdient. Mit freudigen aber zum Teil auch ungläubigen Gesichtern ließ sich die Mannschaft feiern. Insgeheim hat sie auf ein Weiterkommen gehofft, ansonsten hätte sie nicht antreten brauchen. Dass es jedoch so relativ einfach wurde, hatten die Stahl-Spieler wohl nicht gedacht. Von einem zwei Klassen höher spielenden Gegner durfte man mehr erwarten.






















